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Anne Frank Verfilmung nach Melissa Müllers Biographie von Deutscher Welle gelobt

Anne Frank Verfilmung: Die Wucht der historischen Wahrheit

 

Ben Kingsley is Otto Frank, Hanna Taylor-Gordon is Anne Frank

 

Deutsche Welle vom 2. März 2015: „[…] Ganz anders ging der zweiteilige US-amerikanische Fernsehfilm „Anne Frank – The Whole Story“ („Anne Frank – die ganze Geschichte“) das Thema 2001 an. Hauptdarsteller Ben Kingsley, der schon im Spielbergs Kinoklassiker „Schindlers Liste“ (1993) eine herausragende Rolle hatte, spielte die Rolle von Annes Vater Otto mit sparsam dosierter Mimik. Die tägliche Bedrohung durch die deutschen Besatzer, die Judenanfeindungen auf der Straße, brutale Deportationsszenen: All das war meisterhaft mit dokumentarischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen in die szenische Filmhandlung eingewoben.
Großartige Schauspieler, allen voran die 14-jährige Hannah Taylor Gordon als Anne Frank, und ein Drehbuch, basierend auf der detailreichen Biografie von Melissa Müller, ließen ausreichend Platz für das historische Umfeld. Zwei Jahre lang, vom 12. Juni 1942 bis zum 1. August 1944, schrieb Anne in ihrem Hinterhaus-Versteck ihr berühmtes Tagebuch. Immer wieder sind im Film bewegende Passagen daraus zu hören: „Ich hasse die Deutschen. Sie hören erst auf, wenn alle Juden tot sind.“

Auch das bittere Ende der Odyssee der Familie Frank durch die Konzentrationslager spart der Film nicht aus. Die Entmenschlichung im Lager, der Anblick der völlig entkräfteten Anne, die zuletzt in der Baracke neben ihrer Schwester nur noch dahinvegetiert, sind erschütternd. Tröstliches bleibt aus, die Schlusseinblendung lange im Gedächtnis: „1,5 Millionen Kinder fielen dem Völkermord zum Opfer, den die Nazis Endlösung nannten. Anne Franks Geschichte ist nur eine von vielen.“ Dem amerikanischen Film, der durch die Dreharbeiten in Prag einen deutlich europäischen Touch hat, brachte es 2001 einen hochverdienten Emmy Award ein.

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